14. bis 17. April in Gattendorf 

mehr Infos gibt's auf unserer Facebookseite.  

Unner Fohna
fahne1„A Fohna miß her….. A Fohna miß her…“ so klangen die Rufe während der Vorbereitung zum 40-jährigen Jubiläum der Landjugendgruppe Zedtwitz im Frühjahr 1989. Aus kostentechnischen Gründen wurde die Idee geboren, unsere Fahne solle nicht fertig gekauft, sondern von den Gruppenmitgliedern selbst gestickt werden. Die Entscheidung wurde durch den Vergleich des Kassenbestandes und den Preisangeboten der Fahnenstickerein bekräftigt. Das Ziel lag nun klar vor Augen, eine selbstgestickte Fahne, aber der Weg zu diesem Ziel lag noch im Nebel:


Problem 1: Welches Motiv sollen wir wählen
Problem 2: Wer macht einen Entwurffahne2
Problem 3: Welche Materialien wollen wir verwenden
Problem 4: Woher beziehen wir unsere Stoffe und Garne etc…
Problem 5: Wer macht die Arbeit


Nach einer vierstündigen Versammlung wurde im April 1989 zumindest das Problem des Motivs gelöst. Schnitterinnen bei der Ernte, so wie sie auf einem alten Zinnteller abgebildet waren, sollten die Vorderseite schmücken. Für die Rückseite waren keine großen Überlegungen notwendig. tellerHier muss das Wappen der Bayerischen Jungbauernschaft prangen. Soweit so gut, doch wer bringt das winzige Motiv des Tellers auf die angemessene Größe der Fahne? Herr Schwarz ein Werbezeichner aus Nürnberg war nun unser Mann. Er erklärte sich bereit, nicht nur unsere Erntefrauen zu vergrößern, sondern auch einen Farbentwurf zu erstellen. Damit Vorder- und Rückseite wie aus einem Guss erscheinen, nahm er sich auch dem weiß-grünem Rautenwappen der Bayerischen Jungbauernschaft an. Um das nackte Wappen arrangierte er Sträuße von Feldblumen verbunden mit der Aufschrift „Landjugend Zedtwitz“.Bevor das eigentliche Sticken losgehen konnte, musste aber noch viel erledigt werden. Allen Anlaufstellen hatten dieselben Kommentare bereit: „Ihr wollt das selbst sticken, Männer wollen auch mit sticken, das schafft ihr doch nie. „Doch voller Überzeugung und Elan das zu schaffen, wurde Anfang November 1989 der erste Nadelstich gemacht. Von November bis April 1990 trafen sich die Sticker und Stickerinnen noch voller Schwung an 47 Abenden in Joditz. In dieser 1. Sticksaison hielt sich die Zahl der männlichen und weiblichen Handarbeiter noch die Waage, jedoch nach der Sommerpause fiel das Interesse der männlichen Sticker auf den Nullpunkt ab. Durch die nun fehlende männliche Unterstützung im Winter 90/91 ließ auch der Arbeitseifer unserer Damen nach. Wurde im Winter 89/90 durchschnittlich noch an 2,5 Abenden pro Woche gestickt, so fiel die Häufigkeit der Stickabende auf einen pro Woche ab. Die Geselligkeit bei diesen Arbeitseinsätzen wurde dennoch nie vernachlässigt. So waren die gemeinsam verzehrten Pizzas in einer Arbeitspause oder das kühlende Eis im Sommer, wie auch der Genuss von Faschingskrapfen willkommene Abwechslung. Nach einer kurzen Unterbrechung im Frühjahr 1991 gehörte der wöchentliche Stickabend bereits zum Lebensrhythmus unserer Mädchen und jungen Frauen. So konnte dann auch am 24.08.1992 in Gattendorf der letzte Stich an den Einzelheiten der Vorderseite vollbracht werden. Zur Feier des Tages schossen Sektkorken in den Abendhimmel. Kurze Zeit vorher beendeten unsere beiden Soloarbeiterinnen auch ihre Arbeiten an der Rückseite der Fahne. Insgesamt verbrachten alle Stickerinnen und Sticker etwa 1600 Stunden an den Strickrahmen bei ihrer außergewöhnlichen Tätigkeit. Das Zusammenfügen der Einzelteile, das Ausstraffieren mit Fransen, die Stange, den Gurt und die Spitze ließen wir dann besorgen.

Als Dank und Anerkennung für ihre geleistete Arbeit wurden die fleißigen Stickerinnen zu den Fahnendamen der Landjugend Zedtwitz ernannt.

Sabine Schmidt aus Joditz

Sabine Köppel aus Vierschau

Birgit Funk aus Gattendorf

Andrea Schmidt aus Joditz

Marion Strößner aus Döhlau

Ingrid Hick aus Leimitz

Carmen Höra aus Gattendorf

 

Unsere Fahne in Zahlen
Abmessungen: 1,10m x 1,12m
Gewicht: mit Bändern, Stange und Gurt ca. 12 Pfund
Material: Garn und Stoff
Farben: 13 verschiedene Farben
 
Als erster Fahnenjunker fungierte damals Bernd Schnabel aus Föhrig. Seine beiden Stellvertreter waren Wolfgang Ringel aus Tiefendorf und Werner Wolfrum aus Leimitz. Seitdem werden unsere Fahnenjunker immer mit der neuen Vorstandschaft ,also alle 2 Jahre ernannt bzw. gewählt. Seit 2009 sind diese:

1. Fahnenjunker: Michael Funk
2. Fahnenjunker: Sebastian Schaller

In den letzten Jahren wurde die Fahne auch bereits restauriert und wieder hergerichtet. Um den Stoff zu schonen wurde eine Plastikhülle als Schutz organisiert, außerdem wurde ein Fahnenschrank organisiert, in dem die Fahne feuerfest gelagert werden kann.